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Ben und die Sprache der Nacht

🌳 Naturwunder entdecken Alter des Kindes: 3 Jahre
Ben und die Sprache der Nacht

Ben kniet im Gras. Die Nacht ist ganz dunkel. Nur der Mond leuchtet hell am Himmel.

"Schau mal, Oma!", ruft Ben. "Eine Blume!"

Die Blume ist besonders. Sie leuchtet silbern im Mondlicht. Ben streckt seine Hand aus. Er berührt die weichen Blüten.

Plitsch-platsch! Kleine Lichter tanzen in der Luft. Sie funkeln wie kleine Sterne. Ben macht große Augen.

"Hallo, kleiner Ben", flüstert eine Stimme. Ein weißes Einhorn steht plötzlich da. Es ist ganz klein, wie eine Katze. Sein Horn glitzert.

"Ich bin Sternennebel", sagt das Einhorn leise. "Die Mondblume hat mich gerufen."

Ben lacht. "Du bist so schön!"

Seine braunen Augen leuchten im Mondschein. Er will das Einhorn streicheln.

"Warte!", ruft eine andere Stimme. Ein roter Käfer krabbelt die Blume hoch. "Ich bin Karminrot. Ich muss euch etwas zeigen!"

Der Käfer läuft im Kreis. Plötzlich blinken mehr Blumen auf. Überall im Garten! Gelbe Lichter, grüne Lichter, blaue Lichter.

"Wusch!", staunt Ben. "Noch mehr Blumen!"

"Das sind Nachrichten", erklärt Karminrot. "Die Pflanzen sprechen miteinander. Sie sagen: Gute Nacht! Oder: Ich habe Durst! Oder: Hier kommt ein Regenwurm!"

Sternennebel nickt mit dem Kopf. "Die Tiere verstehen die Lichter auch. Siehst du die gelben Blitze? Die Blume ruft die Bienen."

Ben schaut genau hin. Summ-summ! Drei Bienen fliegen vorbei. Sie tanzen um die gelbe Blume.

"Und die grünen Lichter?", fragt Ben.

"Die sind für die Schnecken", sagt Karminrot. "Die Blumen rufen: Kommt nicht her! Wir wollen nicht angeknabbert werden!"

Ben kichert. Eine Schnecke dreht um und kriecht weg.

"Die blauen Lichter sind am schönsten", flüstert Sternennebel. "Die bedeuten: Danke, lieber Mond! Danke für dein Licht!"

Alle blauen Blumen blinken zusammen. Eins, zwei, drei! Wie ein großes Lichtermeer.

Ben klatscht in die Hände. "Darf ich auch sprechen?"

Karminrot krabbelt auf seine Hand. "Berühre die Mondblume noch einmal. Denk dabei an etwas Schönes."

Ben legt seine Hand auf die silberne Blume. Er denkt an Oma. An ihr Lachen. An die warmen Kekse.

Die Mondblume leuchtet ganz hell! Orange und rosa Farben tanzen über die Blüten. Alle anderen Blumen antworten. Der ganze Garten funkelt.

"Was haben sie gesagt?", fragt Ben.

"Sie sagen: Wir haben dich lieb, Ben!", erklärt Sternennebel. "Du hast ein gutes Herz. Die Natur spürt das."

Ben umarmt die Mondblume vorsichtig. Dann winkt er allen Blumen zu. "Gute Nacht, liebe Blumen! Gute Nacht, Bienen und Schnecken!"

Die Lichter blinken zurück. Eins nach dem anderen gehen sie aus. Bis nur noch die Mondblume leuchtet.

Sternennebel gibt Ben einen Kuss auf die Wange. "Komm morgen wieder. Dann zeige ich dir die Sprache der Sterne."

Puff! Das Einhorn ist weg. Auch Karminrot kriecht davon.

Ben läuft zu Oma ins Haus. Er erzählt ihr alles. Oma lächelt und streichelt seine braunen Haare.

"Die Natur hat viele Geheimnisse", sagt sie. "Und du bist ein guter Zuhörer."

Ben kuschelt sich ins Bett. Durch das Fenster sieht er die Mondblume noch immer leuchten.